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Neu erschienen: PerspektivenVielfalt - eine Evaluation der interkulturellen Familienhilfe

 

persp gr buchIm Jahr 2010/2011 wurde die interkulturelle Familienhilfe bei LebensWelt extern evaluiert.


Familien mit Migrationshintergrund werden zwar mittlerweile von der sozialpädagogischen Familienhilfe besser erreicht, als dies noch vor Jahren der Fall war. Allerdings werden in allen bisher vorliegenden Untersuchungen zur sozialpädagogischen Familienhilfe die Dimensionen von Interkulturalität und Migrationshintergrund fast vollständig ausgeblendet.

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Eine Patenschaft: Olivia und Jennifer Horn

frhorn olivia 151 klSeit über sechs Monaten unternehmen Olivia und Jennifer Horn im Rahmen der interkulturellen Familienpatenschaften von LebensWelt sonntags etwas gemeinsam. Jennifer Horn ist berufstätig und daher passt es ihr am Wochenende sehr gut. Auch den Eltern von Olivia freuten sich sehr, denn ihre Tochter sollte die Möglichkeit bekommen, mehr deutsch zu reden.

Olivia spricht nun besser deutsch als vorher und sagt selbst: „Ich lerne eine Sprache mehr, das ist toll – mit meinen Eltern spreche ich immer polnisch.“

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Wöchentlicher Elterntreff im Märkischen Viertel

Im Rahmen des Angebots Interkulturelle Familienpatenschaften bildete sich ein Elterntreff im Bezirk Märkisches Viertel.


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Leitbild

Leitlinie

Die Menschen da abholen, wo sie sind.



Menschenrechte und Demokratie

Interkulturalität, Weltoffenheit, Toleranz, Akzeptanz und Allparteilichkeit – mit Kom­petenz und Zugewandtheit die grundlegenden Werte der Demo­kratie im Zusammen­leben aller Men­schen verwirklichen helfen.

Formen der Legitimität spenden für das Handeln in einer offenen, pluralen Gesellschaft Sicherheit und Perspektive. LebensWelt orientiert sich dabei an drei Formen von Legitimität: Unparteilichkeit als Wahlfreiheit und Chancengleichheit; Reflexivität als diskursive Verhandlung zur Stärkung öffentlicher Vernunft; Nähe als Achtung der Besonderheit sowie als Politik der Präsenz (Teilhabe). Es geht um Entwicklungschancen und Anerken­nung von Differenzen, verbunden mit der Suche nach Gemeinsamkeiten (Polylog).


Migration

Der interkulturelle Kontext erkennt den Menschen mit seiner Migrations­erfahrung, seinen kulturellen Prägungen und Zugehörigkeiten an. Gleichzeitig werden diese aber nicht nach den eigenen Maßstäben und Sichtweisen bewertet. Wir gehen davon aus, dass sich jeder Mensch auch neue Zugehörigkeiten und Sichtweisen erschaffen kann. Migration findet gewollt und nicht gewollt, freiwillig und unfreiwillig statt. In jedem Fall beinhaltet Migration das Verlassen des ursprünglichen Sozialraumes. Für das Aufnahmeland wird Migration als Ressource und Chance sowie für alle als Möglichkeit von Erfahrungszuwachs gesehen.


Lebenswelt

Der Begriff umfasst sowohl den interkulturellen Kontext als auch eine systemische Sicht­weise. Die systemische Sichtweise betrachtet den Ein­zelnen im Kontext seiner unmittelbaren Beziehungen von Partnerschaft, Familie und Freunden. Diese Bezie­hungen sind wiederum eingebettet in größere Systeme, beispielsweise der verschiedenen Kulturen und des sozio-öko­nomi­schen Milieus, die in ständiger Wechselwirkung mit­einander stehen. Diese Systeme umfassen auch die räumliche und zeitliche Dimension.

Unter lebensweltlichem Raum ist ein Gebilde zu verstehen, in dem die eigene Person im Mittelpunkt steht. Von diesem teilen sich die Zonen ab, die sich in aktueller, po­tenzieller und erlangbarer Reichweite befinden. Räume aktueller Reichweite sind der unmittelbaren Erfah­rung zugäng­lich. Räume potenzieller Reichweite waren in der Vergangenheit zu­gänglich und können in der Regel wieder in die unmittelbare Erfah­rung gelangen. Räume erlangbarer Reichweite tragen den Charakter der Zu­kunft und bezeichnen Räume, die außerhalb der persönlichen Reich­weite liegen, jedoch in diese gebracht werden können.

Die lebensweltliche Zeit wird als subjektive Zeit verstanden, die in den persönlichen Tages- und Lebensplan eingebettet ist. Die soziale Zeit verknüpft mittels Uhr und Kalender die sub­jektiven Zeitdimensionen des Einzelnen mit den Zeitdimensionen der anderen Menschen.


Interkulturalität

LebensWelt versteht ihre Funktion neben der sozialpädagogischen und alltagsprakti­schen Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern vor allem darin, als Mittlerin zwi­schen verschiedenen Lebenswelten und unterschiedlichen Systemen tätig zu werden. Eine derartige Ver­mittlung kann Probleme bewältigen und Konflikte über­brücken helfen und so alle Beteiligten dazu befähigen, ihre vorhandenen Ressourcen stärker zu nutzen.

Der Begriff Kultur wird als dynamischer Arbeitsbegriff genutzt, der sich an einem individualisierten und kontextualisierten Verständnis von Kultur orientiert. Eine ‚sokratische’ Haltung des ‚Erkenne dich selbst, gestehe dir deine Unkenntnis ein’ als Umgang mit Nichtwissen und Handeln im Ungewissen ist dabei von herausragender Bedeutung.


Kommunikation

LebensWelt sieht Sozialarbeit als Kommunikationsberuf. Die Fachkräfte sind in der Lage, mit den Adressaten sprachlich zu kommunizieren und eine Arbeitsbeziehung aufzubauen. Ein Fach­kräftepool mit ca. fünfzig unterschied­lichen Sprachen steht für die Begleitung und Beratung der Menschen zur Verfügung.

Alle Menschen weisen ihnen eigene Ressourcen und Selbsthilfepotenzi­ale auf. Potenziale werden durch eine sensible, mehrdimensionale päda­gogische Betrach­tungsweise aktiviert. Dies wird von den Fach­kräften u.a. durch Erwerb und Erweiterung ihrer interkultu­rellen Kompe­tenz erreicht. Die persönlichen, halb- bzw. unbewussten Potenziale der Men­schen können erkannt, besprochen und bewusst gemacht werden. Potenziale werden zu Ressourcen: Quelle positiver Fähig- und Fertigkeiten, über die sich die Person be­wusst ist und die sie für sich einsetzen kann.


Lernende Organisation

Für die Organisation LebensWelt stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wich­tigste Res­source dar. Ihre interkulturelle Kompetenz als Form erweiterter sozialer Kompetenz wird durch Teamori­entierung, Supervision und passgenaue Fortbildung erhalten und in Orientierung an einer lateralen Personalentwicklung gefördert.

Auf der Grundlage der vier Randbedingungen von Qualität –  gesetzliche Vorgaben, Ziele von LebensWelt, Kundenerwartungen und Wettbe­werbssituation – gestaltet LebensWelt sei­nen kontinuierlichen Verbesse­rungsprozess. Für diesen Prozess bilden die Orientierung an Diversity-Management und die Ausrichtung an Nachhaltigkeit selbstvergewissernde Richtlinien der lernenden Organisation LebensWelt.

 

 

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